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 Beitrag Verfasst: Di 25. Dez 2012, 20:40 
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Registriert: Sa 10. Nov 2012, 13:38
Beiträge: 5
Hallo,
nachdem es in den letzten Monaten um mich etwas ruhiger war in Sachen Teppichbahning, was nach der Veranstaltung in Kassel den Teilnehmenden verständlich sein dürfte, hab ich dieser Tage doch auch mal wieder etwas angepackt. Gleichzeitig ist das auch mein erster Beitrag hier im Forum, direkt mal sogar was konstruktives ;)

Motivation

Vor etwa zehn Jahren entstand in meinem Zimmer meine erste Modellbahnanlage (Märklin C-Gleis in Wechselstrom analog und digital), die aber über das Stadium des Rohbaus nie hinausgekommen ist. Bedingt durch die beengten Platzverhältnisse und den zu Planungsbeginn noch niedrigeren Ansprüche gibt es starke Steigungen mit engen Radien (5-6 % in Kombination mit R1-S-Bogen etc.), die mir schon nach kurzer Zeit nicht mehr gefallen haben. Immerhin wurde das ganze soweit vorangetrieben, dass der Schattenbahnhof fertig gestellt wurde und noch heute funktionstüchtig vorhanden ist.

Insgesamt verfügt die Anlage über drei Ebenen auf einer Grundfläche von ca. 2,0 x 1,2 m, wobei die unterste Ebene den Schattenbahnhof bildet, der über ca. 6 Durchfahrtsgleise und 8 Kopfgleise verfügt. Mit einer Rampe geht es dann auf die erste Ebene, die über einen dreigleisigen Durchgangsbahnhof mit kleinem Güterbahnhof und Bw sowie eine Kehrschleife verfügt, damit Züge aus dem Schattenbahnhof wenden und zurückfahren können. Mit einer weiteren Rampe geht es dann auf Ebene 2, die quasi auf einem Felsen über Ebene 1 thront und aus dem Nebenbahnendbahnhof Bolheim besteht.
Die ganze Anlage ist zerlegbar, so dass sie auch einmal einen Umzug im Haus mitmachen durfte, allerdings geht das ganze nicht flott und sie ist daher nicht fürs Mal-eben-mitnehmen gemacht. Durch die Zerlegbarkeit wäre das allerdings für Teile davon wie die Ebene 2 durchaus möglich, woraus die Motivation entstand, hier mit neuestem technischen Wissen etwas ggf. für TB brauchbares doch noch aufzubauen. Es soll daher mein erster voll digital schaltbarer Bahnhof werden, was auch den Gleisstrom betrifft: Zweileiter und Dreileiter sollen digital fahren können.

Gleisplan

Bild
Die ursprüngliche Gleisplanidee stammt von mir und wurde von meinem Vater dann auf Papier gebracht, ich habe sie dieser Tage noch in Wintrack schnell nachgezeichnet, um mir auch etwas klarer über die Verschaltung zu werden.

Das rote Gleis verläuft am Hausbahnsteig entlang und bietet erkennbar eine Umfahrmöglichkeit, so dass geübtes Personal mit der Lok hinter dem Entkupplungsgleis zum Stehen kommt, abkuppeln und über das gelbe Gleis umfahren kann. Das gelbe Gleis kann im hinteren Teil als Abstellgleis oder als zweites Bahnsteiggleis mit Schüttbahnsteig genutzt werden. Das grüne Gleis ist ein Abstellgleis, vorrangig für Güterwagen. Das hellblaue Gleis ist das Ladegleis für Güterwagen. Die pinken Gleisanlagen stellen eine Anschlussbahn mit einem Güterschuppen dar, die nur über das blaue Streckengleis erreicht werden kann.
Ob die Weichen der Anschlussbahn nicht doch noch elektrisch werden, weiß ich derzeit noch nicht, da man hier eh nur rangiert und sowieso Handeinsatz bei diesen Radien etc. gefragt ist. Lediglich die Anschlussweiche könnte für Fahrstraßen von nutzen sein, um auch die Fernsteuerung des Bahnhofs zu ermöglichen.

Technik

Dieser Bahnhof soll mein erster vollständig digital steuerbarer Bahnhof werden, was auch die Schaltung des Gleisstroms betrifft. Er hat damit auch Prototypcharakter. Da sich das ganze Konstrukt auf einem Holzrahmen befindet bietet sich die Unterflurmontage der nötigen Decoder und Relais an, die somit auch gut für den Transport geschützt wären.
An Gleismaterial wird hauptsächlich schon teils desolates, aber gerade noch brauchbares verbaut, das ich teilweise schon einmal zusammengelötet und -geklebt habe und nun durch die feste Montage vor dem endgültigen Verfall bewahrt werden soll.

Anhand der farbigen Abschnitte ist klar, wieviele Abschnitte schaltbar sein sollen. Ich habe mich bewusst gegen denkende Weichen entschieden, um mit abgestellten Fahrzeugen kein Problem zu haben, wenn mal aus der Ferne Weichen falsch gestellt werden.

Verbaut werden für die Gleise bis auf eine Ausnahme im Keller noch gefundene 2fach-Relais, die in ihrer Grundstellung auf Dreileiter eingestellt sind, damit es wegen abgestellter WS-Wagen nicht aus Versehen ein Problem gibt. Angesteuert werden sollen die Relais über einen Funktionsdecoder, der dann durch die Aktivierung der entsprechenden Funktion das Fahren in Zweileiter ermöglicht. Fällt dabei mal etwas aus erfolgt der Rückfall zur sicheren Seite hin, so dass bei Störung abgestellte WS-Fahrzeuge keine Kurzschlüsse mit entsprechenden Folgen erzeugen können.
Umgeschaltet werden mit den 2fach-Relais Mittelleiter und rechte Schiene, d.h. im Zweileiterbetrieb ist der Mittelleiter abgeschaltet und die rechte Schiene wird umgepolt.

Die Weichen und Entkupplungsgleise werden über 4fach-Decoder angesteuert weshalb ich noch mit der Anschlussbahn am überlegen bin da diese dann einen weiteren Decoder benötigen würde.

Mit dieser Digitalisierung wäre eine vollständige Steuerung über eine Digitalzentrale und damit auch einen Laptop möglich. Ebenso wäre es möglich diesen Bahnhof als Endbahnhof einer Strecken beim TB auch einmal fernzusteuern um zumind. Wendezüge dorthin fahren zu lassen oder er wird nur bei Bedarf bei entsprechenden Zügen, die rangiert werden müssen, besetzt, steht aber sonst eben auch als Fahrtziel zur Verfügung.
Eventuell baue ich auch noch ein fernsteuerbares Schleusengleisrelais ein, das aber erst, wenn der Rest läuft.

Umgebung

Die Platte wird noch transportfreundlicher zugesägt, wird aber dennoch ein etwas größeres Teil bleiben. Etwas Landschaftsgestaltung soll auch erfolgen damit es nicht ganz so kahl aussieht. Auf Signale verzichte ich (von steckbaren Signaltafeln vllt. abgesehen), Formsignale wären schön, machen aber Probleme durch ihre Filigranität und die Länge des Antriebs, wenn die Platte mal auf dem Boden aufgebaut wird. So gibt es eben richtigen Nebenbahnbetrieb rein mit Signaltafeln.
Gebäude sollen platzierbar sein, für den Transport aber extra verstaut werden, damit über Schienenkopfoberkante höchstens noch Laderampen vorhanden sind. Vielleicht wird das ganze zum Transport noch mit einer Platte abgedeckt.


Aktueller Arbeitsstand

Da die Idee zur Umsetzung recht spontan kam ist außer einer ersten Auswahl des Gleismaterials und des Zusammenlötens der Relaissätze auf Platinenplatten noch nicht viel passiert. Ein entsprechender Funktionsdecoder muss noch besorgt werden, die Montage der ganzen Komponenten sollte aber recht flott gehen, so dass erste Tests hoffentlich noch diese Woche stattfinden können (und dann hoffentlich motivieren).
Zuvor wurden kleine Erweiterungen des früheren 2L-Modulbahnhofs zwecks Platz- und Materialgewinnung zerlegt.

Ausblick

Da das ganze bei mir einen Prototypenstatus hat sind durchaus noch weitere Projekte angedacht, die aus Erfahrungen von diesem Prototypen profitieren sollen. Mein vielleicht von Kassel 1 noch bekannter Zweileiter-Modulbahnhof existiert hier immer noch, wurde aber seither nicht mehr eingesetzt und harrt noch der Überarbeitung technischer Fehlplanungen und einfacher Mängel. Geplant ist die vollständige Modularisierung der Steuerungstechnik, so dass er künftig auch in unterschiedlichen Konfigurationen nutzbar wird. Bisher geht das nur in achtgleisiger Form mit mind. einer der Ausfahrten, künftig sollen Bahnhofsviertel entstehen, so dass von viergleisiger Kopfbahnhof in Kurzausführung bis achtgleisiger Durchgangsbahnhof mit zweigleisiger Strecke an einem Kopf und zwei zweigleisigen Strecken am anderen Kopf vieles möglich wäre. Die Zufahrten zum ursprünglich geplanten Rangierbahnhof fallen weg, ebenso die im Bogen liegende Einfahrt, die komplett überarbeitet wird. Alle Module sollen zur besseren Transportierbarkeit eine einheitliche Größe erhalten. Die Weichen- und Gleisstromschaltung soll komplett digitalisiert unterflur montiert werden, Ziel ist es, künftig nur noch die Versorgung in Form von Digital- und "Licht"strom anschließen zu müssen.
Entweder vorher oder parallel dazu sollen noch die Ansätze des Kistenabstellbahnhofs fortgeführt werden, der aber im Gegensatz zu den anderen beiden Bahnhöfen keine Unterflurmontage erlauben soll und dessen Weichenvorfeld mit denkenden Weichen ausgestattet werden soll. Dieser wäre dann auch wieder voll mehrsystemfähig im Gegensatz zum 2L-Modulbahnhof, der nur Zweileiter analog und digital können wird.


Grüße, Hannes


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 Beitrag Verfasst: Fr 28. Dez 2012, 03:09 
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Registriert: Sa 10. Nov 2012, 13:38
Beiträge: 5
Und ein Zwischenstand nach ein paar Tagen basteln:

Bild
Die heimische Anlage mal in der Gesamtansicht. Anhand der engen Radien, happigen Steigungen kurzen Gleislängen wohl verständlich warum ich dann eher zum Teppichbahning tendiert habe ;)

Bild
Nachdem am späten Nachmittag noch die letzten (wichtigen) Teile beim Händler besorgt waren konnte der Probeaufbau abgeschlossen und die Gleise fixiert werden. Eine kleine Stellprobe mit etwas Rollmaterial, die V60 ist mit der Übergabe angekommen.

Bild
Die Ansicht von unten, nachdem die ersten Lüsterklemmen montiert waren.

Bild
Und der Stand vorhin als ich aufgehört habe. Der größte Teil ist somit schon geschafft, nur noch die Gleisabschnitte sowie die Verkabelung für den Lichtstrom muss erfolgen, dann kann nach Einbau des Funktionsdecoders der Probebetrieb schon wieder beginnen. Wie man sieht wurde auch ringsum etwas weggesägt und angestückelt, so dass die späteren Transportmasse (+ Deckel) erreicht sind.

Grüße, Hannes


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 Beitrag Verfasst: Mo 7. Jan 2013, 12:06 
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Registriert: Mi 19. Sep 2012, 00:25
Beiträge: 31
Nettes Projekt!
Das Recycling der Kariesgleise finde ich dabei besonders interessant. Willst du die abgebrochenen Stellen noch mit Gleisschotter "nachbessern", oder ist dir das Risiko des wegbröselnden Schotters beim Transport zu riskant?


Felix


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 Beitrag Verfasst: Do 10. Jan 2013, 23:11 
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Registriert: Sa 10. Nov 2012, 13:38
Beiträge: 5
Der Gleisbereich wird schon auf Schwellenhöhe eben eingeschottert, wie es bei solchen Bahnhofsanlagen üblich ist. Ich bin noch am überlegen, womit ich auffülle, oben kommt dann auf jeden Fall eine Schicht passender Schotter von Noch zum Einsatz. Zum Transport soll noch eine Deckplatte drüberkommen, da mir das sonst auch mit den Weichenlaternen und -hebeln zu riskant ist. Ein bisschen Landschaft soll ja auch noch draufkommen, wobei Lampen und Gebäude dann separat transportiert werden, damit´s kompakter und sicherer ist.

Leider bin ich mit dem ganzen auch wieder nicht so recht vorangekommen ab einem bestimmten Punkt, was die Schaltung über den Funktionsdecoder betrifft. Hier muss ich nochmal ein paar Testläufe machen, wobei das ganze in ML auch ganz ohne Decoder nutzbar ist (dann nur Weichen digital schaltbar).

Immerhin hab ich noch eine andere TB-relevante Sache angepackt und Steuergeräte auf ein paar Platten montiert, so dass es beim Aufbau etwas flotter geht und auch Laien manchmal nur noch die Gleisanschlusskabel in die entsprechenden Leuchtenklemmen stecken müssen, so dass Verkabelungsfehler zwischen den Trafos und dem Gleisanschluss ausgeschlossen sind und man kein Werkzeug mehr braucht. Die Zahl der Stecker konnte durch das Anbringen eines Verteilers auf der Platte für die Analogtrafos auch reduziert werden, so dass man auch mit weniger Kabelsalat vor Ort zu tun hat und die Verteilersteckdosen nicht immer so voll werden. Eines meiner bewährten Gleisstromschaltpulte habe ich auch gleich ins Analogpult integriert, der Aufbau eines Streckenbedienstandes, wie wir ihn in Kassel desöfteren hatten, sollte daher in Zukunft innerhalb weniger Minuten machbar sein, so dass nur noch die vor Ort nicht einsparbare Strippenzieherei vom Gleiseinspeisepunkt zum Steuerstand nötig ist.

Grüße, Hannes


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